1000 dinge im Kopf...

Leidest du an Mental Load?

Was ist Mental Load?

Mental Load ist die unsichtbare Last, immer an alles denken zu müssen. Es ist die mentale Arbeit, die es braucht, um das (Familien)leben mit all seinen Aufgaben und Anforderungen zu organisieren, zu planen und zu koordinieren. Es sind die 1000 kleinen Dinge, an die gedacht werden müssen. Im Einzelnen sind diese zwar nicht der Rede wert, in der Summe aber erzeugen sie eine Endlos-To-Do-Liste im Kopf: Termine, Mahlzeiten, Aktivitäten, Geburtstage, Einkäufe, Kinderkleider usw.

Damit der Alltag reibungslos funktioniert, muss gesehen werden, was alles ansteht und vorausschauend geplant werden. Es müssen Bedürfnisse und Notwendigkeiten erkannt, Möglichkeiten geprüft, Prioritäten gesetzt und Entscheidungen getroffen werden. Nebst der eigentlichen Erledigung der Aufgaben, kann es eine grosse Belastung sein, die Verantwortung für alles zu tragen und den Überblick nicht zu verlieren.

Bei Mental Load geht es nicht darum, wer es erledigt, sondern wer daran denkt, dass es erledigt werden muss.

Wer ist von Mental Load betroffen?

Alle Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht, tragen grundsätzlich einen gewissen Mental Load im Alltag. Die Verwaltung von Aufgaben, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten erfordert mentale Anstrengung und ist ein wesentlicher Aspekt des menschlichen Lebens. Es ist normal, dass unser Geist ständig mit verschiedenen Gedanken und Sorgen über verschiedene Themen unseres Lebens beschäftigt ist. Z.B. über Arbeit, Familie, Finanzen, Beziehungen oder persönliche Angelegenheiten.

Mental Load, der Inbegriff der unfair aufgeteilten Familienarbeit

Der Begriff „Mental Load“ wird zwar bereits seit den frühen 1970er-Jahren verwendet und bezeichnet geistige Belastungserscheinungen. Grosse Bekanntheit erlangte „Mental Load“ aber erst 2017 durch den Comic „Du hättest doch nur fragen müssen“ der französischen Zeichnerin Emma. [Original Englisch | Deutsch übersetzt].

In diesem Comic illustrierte Emma auf humorvolle und zugleich treffende Weise die unausgesprochene und unsichtbare Belastung, die Frauen in Zusammenhang mit der Verantwortung und Organisation des Familienalltags und der Haushaltspflichten erfahren. Der Begriff „Mental Load“ wurde seitdem weit verbreitet und hat Einzug in die Diskussionen über Geschlechterrollen, Gleichstellung und die Aufteilung von Familienarbeit gefunden.

Warum leiden insbesondere Mütter an zu viel Mental Load?

Mütter tragen oft immer noch die grössere mentale Belastung als Väter, weil das traditionelle Mutterbild immer noch weit verbreitet ist. Viele Frauen fühlen sich nach wie vor verpflichtet, sich zuhause um alles und jede:n zu kümmern. Somit tragen sie meist auch die Verantwortung für Haushalt und Kindererziehung.

Selbst in Beziehungen, in denen beide Partner berufstätig sind, werden häufig (unbewusst) Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Sorgebereich ungleich verteilt. Dadurch übernehmen Frauen oft einen grösseren Anteil an unbezahlter Arbeit.

Hohe Erwartungen der Gesellschaft ans Muttersein und die unrealistischen Bilder in den (sozialen) Medien setzen Frauen zusätzlich unter Druck, all ihre Rollen perfekt auszuführen. Damit sie die hohen Standards erreichen können, müssen sie viel leisten und alles unter Kontrolle haben, was zu erhöhtem Mental Load führt.

Trägst du den meisten Mental Load?

Mental Load

Muss der Mental Load fifty-fifty unter den Eltern aufgeteilt werden?

Nein, das ist weder nötig noch unbedingt erstrebenswert. Wie die Denk- und Organisationsarbeit unter den Eltern aufgeteilt wird, hängt von ganz vielen Variablen ab, wie zum Beispiel
  • zur Verfügung stehende Zeit
  • berufliche oder ehrenamtliche Verpflichtungen
  • Belastbarkeit
  • Fähigkeit zur Selbstorganisation
  • finanzielle Ressourcen
  • Gesundheitszustand
  • Flexibilität
  • persönliche Präferenzen
  • usw.
Was eine Person oder ein Paar als „gerecht“ empfindet, ist sehr individuell. Fakt ist aber, dass die Aufteilung „Er arbeitet 100% beruflich, sie ist dafür 100% für Haushalt und Familienleben zuständig“ niemals fair sein kann. Denn der Aufwand für Carearbeit und Alltagsorganisation beträgt weit mehr als 40 Stunden pro Woche, zumindest wenn die Kinder noch klein sind. Leider wird die unbezahlte Arbeit oft nicht als Arbeit gesehen.

"Aber er hilft viel zuhause!"

Wer von „er hilft seiner Frau zuhause“ spricht, deutet genau auf das  Problem hin. Denn damit ist gemeint, dass sie die Familienmanagerin ist, die die Verantwortung trägt und er nur der Assisent ist. Wenn er „ihr hilft“, führt er lediglich die Aufgabe aus, die sie ihm aufträgt. Sie muss aber sehen, was alles getan werden muss und unzählige Entscheidungen selber fällen. Das bedeutet also, dass sie den ganzen Mental Load trägt. Eine unfaire Verteilung der Aufgaben und der mentalen Belastung in einer Partnerschaft kann zu Ungerechtigkeitsgefühlen, Frustration sowie Konflikten führen. Und dies kann langfristig das Wohlbefinden beider Partner und die Beziehungsqualität beeinträchtigen.

Das Familienleben wird seit jeher organisiert, über „Mental Load“ sprechen wir aber erst seit kurzem. Aus diesen Gründen hat das Thema in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erlangt:

  • Feminismus: Die feministische Bewegung hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Ungleichheiten bei der Aufteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen den Geschlechtern zu schärfen.
  • Medien und soziale Netzwerke: Durch die Verbreitung von Informationen und Diskussionen in den Medien und sozialen Netzwerken ist die Aufmerksamkeit für das Thema Mental Load gestiegen.
  • Forschung und Studien: Ein Anstieg der Forschung und Studien zu Themen wie Geschlechterrollen, Familienarbeit und psychische Belastungen hat dazu beigetragen, das Verständnis für den Mental Load zu vertiefen und die Diskussion darüber voranzutreiben.


Die mentale Belastung ist gegenüber früheren Jahrzehnten jedoch effektiv höher geworden. Dies sind einige der Faktoren:

  • Veränderungen der Familienstrukturen: Die zunehmende berufliche Tätigkeit von Frauen und  die Zunahme von Alleinerziehenden bringen höhere mentale Belastungen für die betreffenden Personen mit sich.
  • Medien und soziale Netzwerke: Die Bilderflut in den sozialen Medien lässt nicht nur unsere mentale Kapazität schrumpfen, sie bringen Menschen auch dazu, ihr Leben ständig zu optimieren und zu perfektionieren. Dieser Aufwand verursacht Mental Load.
  • Überfluss an Möglichkeiten: Die unendlichen Optionen, die wir im Leben haben und die Angst, nichts zu verpassen (FOMO), bringt uns dazu, enorm viel in unserem Alltag unterzubringen. Jede Aktivität bringt unzählige Entscheidungen und Denkarbeit mit sich.
  • Überfluss an Besitz: Nicht nur das Recherchieren und Kaufen von Gegenständen verursacht Denkarbeit, auch das Ordnung halten, das Benutzen und schliesslich das Ausmisten von Altem verbraucht mentale Ressourcen.
  • Informationsflut und ständige Erreichbarkeit: Durch die permanente Berieselung und Ablenkung müllen wir zunehmend unseren Geist zu, was es immer schwieriger macht, klare Gedanken zu fassen.

Ist Mental Load schädlich?

Nicht per se. Ein gewisses Mass an Mental Load ist normal und sogar unvermeidlich, da es ein natürlicher Bestandteil des täglichen Lebens ist. Eine moderate mentale Belastung ist in der Regel gut zu bewältigen und kann uns dabei helfen, effektiv zu funktionieren.

Ein hoher Mental Load kann die geistige Funktion beeinträchtigen, indem er die Aufmerksamkeit, das Arbeitsgedächtnis und die Fähigkeit zur Problemlösung erschwert. Sind wir ständig mit Gedanken an Aufgaben beschäftigt, obwohl wir diese gerade nicht ausführen, kann sich dies auf die Arbeitsleistung, Zufriedenheit und Lebensqualität auswirken.

Wenn die mentale Belastung aber so übermässig oder unangemessen ist, so dass sie im Alltag nicht mehr bewältigt werden kann, spricht man von „Mental Overload“. Dieser Zustand kann negative gesundheitliche Folgen mit sich bringen.

Die Überbelastung des Geistes kann zu chronischem Stress, Angst oder Erschöpfung bis hin zum Burnout führen. Symptome wie permanente Müdigkeit, Gereiztheit, innere Unruhe, Schlafprobleme oder chronische Schmerzen können Anzeichen für chronischen Stress bzw. Mental Overload sein.

"Die grösste Herausforderung für mich? Mir jeden Abend zu überlegen, was ich kochen soll..."

Aretha Franklin, Soullegende

Wie kann ich meinen Mental Load reduzieren?

Jeder Mensch trägt seinen eigenen Mental Load. Dieser hängt von verschiedenen Faktoren wie Persönlichkeit, Lebensumständen, Arbeitsbelastung, sozialen Beziehungen und anderen Einflüssen ab. Je mehr Kinder im Haushalt leben, je mehr Aktivitäten während der Woche stattfinden und je mehr Verpflichtungen wir haben, desto grösser ist auch die mentale Belastung.

Das Ziel ist nicht, den Mental Load vollständig zu eliminieren, sondern gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Diese 3 Schritte helfen beim reduzieren von Mental Load

Hallo, ich bin Janine!

Als berufstätige Mutter weiss ich, wie anstrengend der Familienalltag manchmal sein kann – es gibt einfach so viel zu erledigen und zu organisieren.

Als Professional Organizer helfe ich dir, mehr Klarheit, Struktur und Ruhe in dein Leben zu bringen, damit du dich weniger gestresst fühlst.

Inspiration und meine Angebote für mehr Leichtigkeit im Familienalltag findest du auf meiner Website: raumgewinn.ch

Mental Load Test "Wer denkt dran?"

Mental Load Test

Mit diesem Test könnt ihr als Paar anhand von 40 typischen Aufgaben des Familienalltags herausfinden, wer an was denkt und wo vielleicht noch Ungleichgewicht besteht.

Der Test bietet euch eine Gesprächsgrundlage, um Verantwortung fairer zu verteilen – ganz ohne Schuldzuweisungen.
Nach dem Test erhältst du konkrete Tipps, wie du deinen Mental Load Schritt für Schritt reduzieren kannst.

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